
Seit 1994 stelle ich Puppen her. Anfangs arbeitete ich
ausschließlich mit Porzellan. Doch bald stieß ich bei diesem Material an gestalterische Grenzen. Die Unentbehrlichkeit vorgegebener Formen schränkte mich in meiner künstlerischen Freiheit und
Spontaneität allzu sehr ein.
Auf der Nürnberger Spielwarenmesse entdeckte ich 1996 die neue Modelliermasse "Modelene" und fand darin mein ideales Arbeitsmaterial. Nun konnte ich meiner schöpferischen Fantasie und meinem
handwerklichen Geschick freien Lauf lassen.
Ich konzentrierte mich auf Baby- und Kleinkinderpuppen, denn als dreifache Mutter hege ich ein inniges Verhältnis zu Kindern. Fasziniert von der Vielfalt und der ungehemmten Natürlichkeit
kindlicher Emotionen sehe ich es als Herausforderung an, Augenblicke von Fröhlichkeit, Traurigkeit und Ängstlichkeit in den Gesichtern meiner Puppen darzustellen und mit jeder neuen Arbeit noch ein
wenig besser zu werden.
Die Arbeitsweise mit der Modelliermasse gibt mir mehr Raum für den freien Lauf von Vorstellungen und Emotionen. Jeder Kopf meiner Puppen hat einen individuellen und aussagestarken
Gesichtsausdruck, jede kleine Hand und jedes Füßchen hat eine individuelle Form. Oft fließen meine eigene Befindlichkeiten und Stimmungen während des Entstehungsprozesses in die Gestaltung mit
hinein, daher ist jedes meiner Geschöpfe ein einzigartiges Unikat.
Zu jedem meiner Kinder, wie ich meine Puppen liebevoll bezeichne, baue ich eine persönliche Beziehung auf. Diese Verbundenheit mit meinen Kreationen führt dazu, dass es mir oft schwer fällt, die
Puppen in fremde Hände zu geben. Aber wenn ich die Freude und den Spaß sehe, den andere Menschen an meinen Puppen habe, dann weiß ich, dass sich die Arbeit und Mühe gelohnt hat.